Viele Migränepatienten kennen bestimmte, individuell verschiedene Faktoren, die bei ihnen eine Migräneattacke besonders wahrscheinlich machen. Diese Auslöser dürfen aber nicht mit der eigentlichen Ursache der Erkrankung verwechselt werden.
Ob und wann es zu einer Migräneattacke kommt, wird von verschieden Faktoren bestimmt. Dabei muss deutlich unterschieden werden zwischen der eigentlichen Ursache der Erkrankung und den Auslösern, den „Triggern“ einzelner Attacken. Diese Auslöser sind sehr unterschiedlich und müssen nicht zwangsläufig eine Attacke auslösen. Jeder Migränekranke reagiert da anders. Ein Kopfschmerztagebuch kann helfen, die eigenen Trigger zu identifizieren. Bekannte Auslöser sind:
Alkohol
Hoher Alkoholkonsum ist einer der zuverlässigsten Auslöser von Migräne. Umstritten ist, ob Wein oder bestimmte Weinsorten dabei eine besondere Rolle spielen. Viele Migränepatienten meiden Alkohol ganz.
Hormonelle Schwankungen
Hormone, vor allem weibliche Sexualhormone, sind die wichtigsten endogenen, d. h. organischen Faktoren bei Migräne. Attacken treten bei Frauen häufiger während der Menstruation und des Eisprungs und weniger häufig während einer Schwangerschaft auf. Bei der menstruationsassoziierten Migräne kommen Attacken ausschließlich während der Monatsblutung vor.
Stress
Sowohl emotionaler als auch physischer Stress können eine Migräneattacke auslösen - dabei kann es sich um negativen, aber auch um positiven Stress wie große Freude handeln. Typisch ist, dass die Attacke erst in der Entspannungsphase einsetzt, wie etwa am Wochenende oder zu Ferienbeginn.
Schlaf-Wach-Rhythmus
Bei manchen Betroffenen kann eine Veränderung im Schlaf-Wach-Rhythmus einen Migräneanfall auslösen. Das könnte auch das gehäufte Auftreten der Attacken am Wochenende und im Urlaub erklären.
Sensorische Reize
Starke visuelle Reize wie extreme Sonneneinstrahlung oder flackerndes Licht lösen bei einigen Menschen Migräneattacken aus. Auch starker Lärm oder extreme Gerüche gehören zu den möglichen Auslösern.
Abfall des Koffeinspiegels
Menschen mit hohem Koffeinkonsum während des Berufsalltags erleben zuweilen Migräneanfälle, wenn der Koffeinspiegel im Blut absinkt. Typisch sind deshalb Attacken am Wochenende oder im Urlaub.
Eine Reihe weiterer möglicher Auslöser wird immer wieder diskutiert und von Betroffenen in Zusammenhang mit Migräne gebracht. Obwohl das im Einzelfall zutreffen kann, hat sich bei statistischen Untersuchungen kein Zusammenhang ergeben. Zu diesen nicht belegten Faktoren gehören die Wetterlage oder ein Wetterwechsel, ein niedriger Blutdruck und bestimmte Getränke oder Nahrungsmittel (außer Alkohol) wie etwa Käse.