Wirklich heilen lässt sich Migräne nicht. Aber die Kopfschmerzattacken lassen sich mit individueller medikamentöser Therapie je nach der Schwere der Anfälle, erfolgreich lindern.
Für eine ärztlich verordnete, wirkungsvolle medikamentöse Therapie ist die Schwere der Migräneattacken entscheidend. Dabei unterscheidet man leichte, mittelschwere und schwere Attacken. Daneben ist die Häufigkeit der Attacken wichtig: Werden Medikamente gegen Migräne sehr häufig eingenommen, können dadurch Dauerkopfschmerzen entstehen oder Nebenwirkungen auftreten. Darüber hinaus ist bei häufigen Attacken möglicherweise eine vorbeugende medikamentöse Therapie ratsam.
Überblick zur Behandlung
Als allgemeine Maßnahme sollten sich Patienten bei einem Anfall in einen abgedunkelten, geräuscharmen Raum zurückziehen. Vielen hilft Schlaf oder eine kühlende Kompresse.
Leichte bis mittelschwere Migräneattacken werden mit Schmerzmitteln (Analgetika) oder nichtsteroidalen Antirheumatika behandelt, zumeist in Kombination mit einem Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen (Antiemetikum).
Schwere Attacken müssen mit spezifischen Migränemedikamenten behandelt werden. Am wirksamsten sind dabei laut der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) Medikamente der Wirkstoffklasse Triptane. Diese sollten allerdings nicht öfter als zehnmal pro Monat eingenommen werden, da es sonst zu einem medikamenteninduzierten Dauerkopfschmerz kommen könnte.
Schwere, sehr lang andauernde Migräneattacken wurden früher mit Mutterkornalkaloiden (Ergotamin) behandelt. Diese Wirkstoffe kamen auch zum Einsatz, wenn die Migränekopfschmerzen mit nachlassender Wirkung der ersten Medikamenteneinnahme wieder eintraten. Da Mutterkornalkaloide jedoch gravierende Nebenwirkungen auslösen können und dabei nicht wirksamer sind als per Spritze verabreichte Triptane oder Analgetika, sieht die Deutsche Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft keinen Platz mehr für diese Medikamente in der Migränebehandlung. Sie sollten allenfalls noch zur Behandlung sehr langer Migräneattacken oder bei mehrfachen Rückfällen innerhalb einer Attacke zum Einsatz kommen.
Zur Vorbeugung kann der Arzt Betablocker verordnen.
Literatur:
Diener et al. Therapie der Migräne. Nervenheilkunde 2000; 19: 335-45.